Was ist Calisthenic?

Calisthenic bedeutet, laut Tante-Wiki aus dem griechischen übersetzt, “schöne Kraft” und man könnte es mit Eigengewichtsübungen gleichsetzen. Ich wage zu behaupten, dass diese Art des Trainings den wahrscheinlich natürlichstenund funktionalsten Muskelaufbau bietet. Der Einsatz der klassischen Geräte wie den Hanteln oder der guten alten Pump-Pritsche, der Hantelbank, fällt nämlich komplett weg und wird einzig allein durch die eigenen Körperteile/Kilos ersetzt. Der Winkel, die Geschwindigkeit und die bewusste und kontrollierte Ausführung jeder Übung sind der Schlüssel zur Verbesserung der Mobilität, Flexibilität und der eigenen Kräfte. Gerade weil man “nur” gegen die Gravitation und nicht zuletzt gegen seinen eigenen Körper kämpft ist die Calisthenic nicht nur Mittel und Zweck zum Muskelaufbau, sondern trainiert die wichtigere Tiefenmuskulatur durch den gelebten Minimalismus ideal mit.

Der Handstand beispielsweise ist ein komplexes Zusammenspiel so ziemlich aller Muskeln, die für den Bewegungsapparat essentiell sind und das Üben ist unkompliziert, aber schweißtreibend. Trotz Allem ist der Handstand, wird gesagt, die Beste Übung um Kraft und Balance überein zu bringen. Versuch den Handstand, wenn du gleich loslegen willst, mit möglichst viel Ästhetik, die ja subjektiv ist, auszuführen. Also nicht einfach Beine hochreißen und hoffen, dass man eine Sekunde stehen bleibt. Wie bereits angedeutet geht es in der Calisthenic um “schöne Kraft” und eine kontrollierte und ruhige Ausführung sieht, finde zumindest Ich, schöner aus.

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Fotos von Friedrich Mechner

Es geht mir, wie man sicherlich vermuten kann, nicht um den größten Armumfang oder das breiteste Kreuz, sondern um die Funktionalität des Körpers als Ganzes. Als Vorbilder für Bewegungsabläufe sind mir persönlich Affen und Katzen am liebsten. Beide Tiere sind mit relativ kleinen Muskeln, im Verhältnis zur Masse, extrem agil. Diese den Affen ähnlichen Bewegungsmustern und Fähigkeiten sind Kindern noch gegeben. Doch die natürliche Agilität verliert man leider im zunehmenden Alter. Gerade Berufsgruppen, die lange und viel während des Tagwerks sitzen, sind mit Schmerzen und permanentem Unwohlsein im Alltag geplagt. Zur Folge schleppen sich viele mit verkürzten Sehnen, verkümmerter Rückenmuskulatur und daraus resultierenden überstrapazierten Schulter- und Nackenmuskulatur durch die Städte Europas. Und genau da fängt die Calisthenic an sinnvoll zu werden! Wenig Aufwand mit Alltag erleichternden Ergebnissen.

Ein kleiner Test. Kannst du dich OHNE die Fersen vom Boden zu heben hinhocken? Wenn ja, dann bist du noch im Besitz angemessen langer Achillessehnen. Falls du auf den Po fällst, sind deine Sehen verkürzt. Es ist zwar nicht überlebenswichtig, aber meiner Meinung nach, um der Natur des menschlichen Körpers gerecht zu werden, notwendig auch solche Kleinigkeiten zu Können. Dazu zum Schluss noch ein Zitat eines bereits toten Griechens:

“Wenn wir jedem Individuum das richtige Mass an Nahrung und Bewegung zukommen lassen könnten, hätten wir den sichersten Weg zur Gesundheit gefunden.” (Hippokrates, ca. 460-377 v. Chr.)

In diesem Sinne: Bleibt draussen Gesund!


Draussen Gesund 2016

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