Serie: “Pilgern 2.0” – Die Proviantvorbereitung Teil 2 – “Böhmi’s Omi’s Würzpaste”

Hi Leute,

nachdem ich also meine kurzzeitige Energiebombe mit ca. 120kcal pro Portion, das Fruitjerky, vorbereitet habe, muss ja natürlich auch etwas herzhaftes für’s Abendessen im Wald, auf dem Acker oder in der örtlichen Grünanlage her. Ich bin seit vielen Jahren Hörer des Podcasts “Sanft&Sorgfältig“, der mittlerweile auf Spotify als “Fest&Flauschig” zu empfangen ist, und Jan ‘Böhmi’ Böhmermann hat in der Folge #120 von S&S ein Rezept seiner Großmutter zum Besten gegeben. Das Rezept löst, beziehungsweise erfüllt auf praktisch einfache Art und Weise, viele Bedürfnisse, wie das Problem Kühlkette, Gewicht im Rucksack für Gewürze und eine nahrhafte Ernährung unter freiem Himmel. Bereits während besagte Show lief hab ich meine Einkaufsliste geschrieben und schon über solch Dinge, wie den Transport nachgedacht. Diese Fragen klär ich gleich mit euch, doch nun zum eigentlichen Rezept.

Einkaufsliste:

  • 1 Pastinake
  • 1 kleine Sellerieknolle
  • 3-4 Selleriestangen
  • 4 mittelgroße Möhren
  • 1/2 Stange Lauch
  • 2-3 Gemüsezwiebeln, ca 5 cm groß
  • 3-5 Knoblauchzehen
  • 1 TL gehackter Ingwer
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 Zitrone
  • 1kg Meersalz
  • Pfeffer, Zucker, Muskatnuss

Vorbereitungen & Geräte:

Wie immer, wenn du mit frischen Zutaten arbeitest, ist es wichtig alles gründlich zu waschen. Dann alles in kleine Würfel schneiden, die beim schnelleren durchgaren und anbraten hilfreich sind und in separaten Schalen oder Schüsseln sammeln. Den Lauch und den Sellerie in dünne (ca. 2-5 mm) Scheiben schneiden. Ich finde es einfacher den Sellerie zu bearbeiten, wenn ich die Stangen vorher der Länge nach in 2-4 lange Streifen schneide und danach erst in kleine Stückchen hacke. Stell dir schon einen sehr großen Topf bereit, sehr groß ist mindestens 4 Liter groß. Besorg dir einen Zauberstab oder wenn vorhanden einen Mixer, der heißes und gröberes locker zu Brei macht. Außerdem brauchst du deine größte Pfanne für dieses Rezept oder du nimmst dir mehr Zeit mit in die Küche 😉 Du brauchst zudem noch einen Ofen oder Dörrgerät, sowie einige Gläser für die Abfüllung deines Ergebnisses.

Zubereitung:

Ich fange an alles anzubraten, begonnen beim Wurzelgemüse also der Möhre mit der Pastinake. Lass deine Zutaten ruhig ungewendet in der Pfanne liegen bis es anfängt leicht danach zu riechen und erst dann schön durchschwenken. Die erste Pfanne in den Topf leeren. Jetzt hab ich die Selleries, vor dem Wenden den Lauch dazu gegeben und dann erst die Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer ebenfalls angebraten und in den Topf ausgeleert. Den Topf kannst du “anmachen”, gib jetzt das Tomatenmark und den Saft deiner Zitrone in den Topf und rühre nochmal gut um. Zu guter Letzt hab ich alles zusammen auf Temperatur gebracht, um es dann mit kaltem Wasser abzulöschen. Ab jetzt dauert alles sehr lange, da ich leider den “nassen” Weg gewählt habe. Den “trockenen” Weg erkläre ich später noch einmal in seinen groben Schritten.

Nachdem also alles mit Wasser abgelöscht wurde lässt du alles einmal richtig ordentlich aufkochen, dann stell die Hitze auf 1/3, also Köcheln, runter und rühre vorsichtig um. Aufgepasst, dabei können sehr heiße Spritzer leckerster Flüssigkeit rumspritzen. Ungefähr 5 Minuten später habe ich das Salz hinzugefügt. In “Oma Böhmi’s” Originalrezept heißt es 1:1 Salz und Gemüse mischen, da bin ich leider auf Grund von Salzknappheit nicht gan

z rangekommen, ich habe aber immerhin ein halbes Kilo Meersalz auf ungefähr 700 Gramm Gemüse miteinander während des Rührens vermischt. Ja, das ist kein Spaß mit der Menge an Salz, denn erst diese immense Menge mineralischen Geschmacksverstärkers führt zum einen zu langzeitiger und natürlicher Konservierung, zum Anderen ist das Ziel der Übung ja eine Paste zum Würzen verschiedenster Gerichte zu produzieren, also muss sie per se extrem salzig sein. Das Salz-Gemüse-Gemisch auch nochmal weitere 5 Minuten umrühren. Jetzt sollte mittlerweile gerade noch genug Flüssigkeit im Topf sein, dass alles leicht bedeckt ist, also der perfekte Zeitpunkt mit dem “Zauberstab” alles einmal gründlich zu Brei zu “zaubern”. Ebenfalls günstig ist es jetzt mit anderen Gewürzen deine Würzpaste zu tunen.

Koste ruhig zwischendurch, sei aber nicht geschockt, wie gesagt super salzig ist ein MUSS. Nachdem du also das Ganze zu einem glatten Brei püriert hast beginnt der entspannte Teil, das Trocknen. Dazu kannst du deinen Ofen auf 60-70° mit Umluft anmachen und deinen Brei auf ein möglichst tiefes Blech gießen oder wie in meinem Fall in möglichst viele flache Gefäße in ein Dörrgerät schieben. Ich habe insgesamt ungefähr 20 Stunden das Dörrgerät laufen lassen und leider nicht viel Veränderung verzeichnen können, ich schätze das lag aber an meiner sehr flüssigen Ausgangskonsistenz, also lieber die Flüssigkeit direkt im Topf “rausrühren”.

Hier kommt noch zur Ergänzung der “trockene” Weg. Im Grunde beginnst du mit dem Trocknen der frischen Zutaten im Ofen oder im Dörrgerät (nicht höher als 70° Celcius), fügst dann das viele Salz und die Gewürze hinzu und pürierst dann alles zu einem feinen Pulver. Das ist natürlich bei Weitem einfacher, aber leider auch auf Grund der bis zum Zeitpunkt des Pürierens getrennten Zutaten geschmacklich nicht so intensiv und kommt als Pulver auch nicht an eine Paste, die zusätzlich gänzlich wasserlöslich ist, mit seiner allseitigen Anwendbarkeit vergleichbar.

Abfüllen

Zu guter Letzt muss “Böhmi’s Omi Würzpaste” ja noch abgefüllt werden. Genau dafür sind die Gläser, die man nicht mal kaufen muss, denn jeder der ab und an Gurken aus dem 2 Liter Glas genießt oder Schattenmorellen für einen Kuchen kauft, bekommt gute Hitzebeständige Gläser kostenlos mitgeliefert. In eben diese Gläser habe ich meine Paste eingefüllt und diese zur zusätzlichen Konservierung im kochenden Wasser für 20 Minuten pasteurisiert.  Die anschließend heißen Gläser einfach raus aus dem Wasser und auf den Deckel stellen, fer

tig ist deine für sehr lange haltbare Würzpaste und du brauchst nie wieder Brühwürfel mit fragwürdigen “Gewürzen” aus dem Laden zu kaufen.

Das Ergebnis

Ich habe jetzt schon einige Gerichte damit gekocht und gar nichts gewürzt, erst zum Schluss maximal 2 Esslöffel untergerührt und fertig war das Abendessen (2 EL auf 500g Nudeln und 500g Gemüse).  Ich bin schon gespannt, wie es sich unterwegs und ohne Kühlschrank verhält, bin aber optimistisch. Leider habe ich außer Glasbehälter keine wirklich praktische und vor Allem verschließbare Möglichkeit gefunden meine Paste portionierbar mit auf meine Reise zu nehmen. Falls du eine Idee hast, wie ich also die Paste in “gesunder” Verpackung mitnehmen kann und nicht bei einem Gesamtgewicht von 500g pro Glas lande bitte ich um Kommentare und Rückmeldungen.

 

Viel Spaß beim Kochen (vielleicht sogar während einer Folge “Sanft&Sorgfältig) und lasst’s euch schmecken.


Draussen Gesund 2017

Schreibe einen Kommentar