Ein Plädoyer für die Bewegung

Der Mensch, Homo Sapiens, Säugetier, Eroberer, Krieger, Arbeiter, Pfleger und Retter ist die bisher komplexeste Maschine auf diesem Erdball. Kein Wissenschaftler kann bisher die Strukturen eines menschlichen Körper gänzlich reproduzieren. Es werden große Anstrengungen unternommen die Zukunft in 3D zu Drucken, das heißt auch menschliche Teile, also Haut oder Teile eines Organs, einfach nachzudrucken und einzusetzen. Das stelle ich mir ganz praktisch vor: einmal auf dem Kinderspielplatz nicht aufgepasst und HUCH! der Finger hängt noch im Klettergerüst. Naja jetzt haben wir ja unseren 3D-Drucker mit, lass uns schnell einen Neuen machen.

Willkommen schöne neue Welt?! Ich möchte weitesgehend auf Ersatzteile auch im späten Alter verzichten. Was ist denn das häufigste Problem bei alten Menschen? Die häufigsten Prothesen sind heutzutage Knie und Hüfte, gefertigt aus Metall oder Keramik, die auch nur mit Hilfe von ernst genommener Physiotheraphie wieder in den Bewegungsablauf eingearbeitet werden und erst dann zu verbesserter Lebensqualität führen können. Der Zeitraum des Regenrationsprozess ist natürlich abhängig von Alter, Gesundheit und Ernährung.

Nicht zu unrecht sagt man: “Wer rastet, der rostet.” Denn ohne Witz, der Mensch ist ein Lauftier, das mindestens 10.000 Meter am Tag laufen sollte, um sein volles bio-physisches Potential zu erreichen. Damit ist erst das Mindeste an Bewegung erreicht und erst dann kann die, bestenfalls gesunde Ernährung, frische Luft und der gesunde Schlaf am besten den Körper versorgen und regenerieren (heilen). Eine Studie der Techniker Krankenkasse mit dem Titel “Beweg Dich, Deutschland! ” hat gezeigt, dass fast die Hälfte der Befragten keinen bis wenig Sport neben der Arbeit machen. Nur ein wenig mehr als 30% plagen NICHT über Rückenschmerzen. Zudem wird diese Arbeit über fast acht Stunden sitzend verrichtet. Über einen längeren Zeitraum von 20 Berufsjahren zu sitzen, ist meiner Meinung nach, der größte Feind des Körpers.

Ich möchte einen Weg zur Ursachenvermeidung anbieten. Es sind alles nur kleine Veränderungen, die sich anfangs wirklich schwer und unnatürlich anfühlen, aber es lohnt sich daran zu gewöhnen.

Nimm jede Treppe die du finden kannst und verzichte dir zur Liebe auf die Rolltreppe oder den Fahrstuhl. Die Treppen im besten Fall mit Muskeln und nicht mit Körpermasse-Schwung laufen. Das ist die ersten zwei Wochen doof, danach kann man aber schnell jede Zweite Stufe nehmen. Beim Abwärtslaufen auch achtsam sein, dass deine Knie und Fußgelenke nicht angespannt und hart sind. Auch gestreckte Beine, die als Landepunkte genutzt werden, um auf sie mit dem gesamten Körpergewicht zu plumpsen bitte dringend vermeiden. Dabei wird zu Vieles gleichzeitig zu stark beansprucht, um es hier aufzuschreiben könnte 😛

Für alle Kniepatienten empfehle ich Fahrrad fahren oder schwimmen. Das sind die wenigen Aktivitäten wo das Knie und die Knorpel im Gelenk “baumeln kann”. Ich habe gelesen, dass das Aushängen der Gelenke, also im besten Fall Beine von der Tischkante baumeln, die Produktion der Gelenkflüssigkeit fördern kann und Fahrrad fahren wie auch schwimmen kämen dem am Nächsten. Deswegen empfiehlt sich auch oft schwimmen zu gehen. Du kannst der Umwelt ein paar Liter Öl ersparen und spendest an Stelle ein paar Liter Schweiß auf dem Weg zur Arbeit mit dem Fahrrad. Wusstest du eigentlich, dass das Fahrrad das Fortbewegungsmittel mit der direktesten Kraft-Beschleunigung-Übersetzung ist?

Für alle Rückenpatienten empfehle ich RICHTIGES Heben. Wie man es in der Rückenschule und auch sonst überall so hört, immer aus den Beinen heben und nicht dem Rücken. Dazu muss gesagt werden, dass 60% aller mir bekannten Menschen nicht tief genug in die Knie können, um aus den Beinen zu heben. Die Bänder und Sehnen sind verkürzt und man kann somit nicht gesünder Heben. Versuch es trotzdem! Die Füße sollten schulterbreit stehen und wenn du dich hinhockst, achte auf deine Knie, die im besten Fall ganz gerade über deinen Füßen stehen. Bitte nicht die Schienbeine und Oberschenkel unter einen 90° Winkel hinaus. Auch sehr empfehlenswert ist Slackline, da der ganze Körper und vor allem die Körpermitte zur Stabilisierung gebraucht wird.

Fühlst du dich einfach platt, möchtest, weil du gestresst erschöpft bist, nur noch einige Stunden vor dem Fernseher sitzen für die Entspannung, was Essen und ab ins Bett? Arbeitest du im Bergbau? Es finden sich immer wieder eine Werbung, eine Toilettenpause oder Hunger der einen hochtreibt, um Anderes zu erledigen. Diese Pausen kannst du, wenn du dran denkst, mit unkomplexen Calisthenic-Übungen (Bsp. Plank) sinnvoll, wie eine Einzahlung in deine physische Rente betrachten, ausfüllen und dich dann auch noch angenehm erschöpft fühlen, weil du deinem Körper etwas abverlangt hast, was er braucht und mag.

Bleibt Gesund!


Draussen Gesund 2016

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